Darstellung der Initiativgruppe Buchenwald 1945 – 1950 e.V.

Die Initiativgruppe Buchenwald 1945 – 1950 e.V. vertritt als Organisation die Interessen der Häftlinge des Speziallagers Buchenwald und ihrer Angehörigen.

Sie wurde am 10.03.1990 gegründet und am 06. Juni 1990 in das Vereinsregister der Stadt Weimar eingetragen. Der Verein ist gemeinnützig gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes. Er wurde nach dem letzten zugegangenen Freistellungsbescheids des Finanzamtes Gera, StNr. 161/141/05515 vom 17.09.2010 für die Jahre 2007, 2008, 2009, nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer befreit.

Gegenwärtig hat die Initiativgruppe Buchenwald etwa 200 Mitglieder, die in allen Bundesländern und zum Teil im Ausland wohnen. Diese Mitglieder sind zum großen Teil ehemalige Häftlinge des Speziallagers Buchenwald bzw. Angehörige dort umgekommener oder inzwischen verstorbener Häftlinge.

Schwerpunkte der Arbeit der Initiativgruppe Buchenwald 1945 – 1950 e.V. sind:

  • Erinnern an das Speziallager Buchenwald und Gedenken an die Opfer
  • Sammeln, Zusammenstellen und Veröffentlichen von Informationen über die sowjetischen Speziallager, z.B. die Ursachen ihrer Einrichtung, ihre Geschichte und das Leben und Sterben der Häftlinge im Lager
  • Organisation der jährlichen Buchenwaldtreffen mit einer Gedenkfeier für die Opfer und Informationsveranstaltungen
  • Unterstützung der Angehörigen bei der Klärung von Einzelschicksalen
  • Förderung des individuellen Gedenkens auf einem Gedenkplatz Im Bereich der Massengräber mit der Möglichkeit der Aufstellung von Gedenkkreuzen oder -steinen durch Angehörige umgekommener Häftlinge des Speziallagers
  • Mitwirkung bei der Gestaltung der beiden Gräberfelder des Speziallagers auf dem Gelände der Gedenkstätte
  • Aufklärung über die Geschehnisse nach 1945 in Ostdeutschland und die Verheimlichung der Existenz der Speziallager nach deren Auflösung durch die DDR
  • Organisation von Treffen noch lebender Häftlinge
  • Unterstützung bei der Durchsetzung von Entschädigungszahlungen, Renten und Beihilfen für die Häftlinge und die Angehörigen verstorbener Häftlinge sowie Hilfe bei der Antragstellung
  • Zusammenarbeit mit anderen Vereinigungen, die sich mit den Menschenrechtsverletzungen in den kommunistischen Staaten beschäftigen

Die Arbeit der Initiativgruppe Speziallager Buchenwald richtet sich an Häftlinge der Speziallager und ihre Angehörigen, die allgemeine Öffentlichkeit, besonders an Jugendliche und an Vertreter der Öffentlichkeit.

Regelmäßige Veranstaltungen der Initiativgruppe Buchenwald sind:

  • Jährlich finden Buchenwaldtreffen am 3. Samstag im September statt. Veranstaltungsort ist das Gelände der Gedenkstätte Buchenwald. Eröffnung und Begrüßung sowie ein ökumenischer Gedenkgottesdienst finden auf dem zentralen Gedenkplatz am Friedhof gegenüber dem Museum für das Speziallager statt. Am Nachmittag werden ab 2011 Workshops mit Zeitzeugen angeboten für die Teilnehmer des Treffens und für Schüler. Sie finden im Kinosaal und in Seminarräumen der Gedenkstätte Buchenwald statt.
  • Jährlich finden Häftlingstreffen im Frühjahr in Brotterode statt. Teilnehmer sind Häftlinge des Lagers Buchenwald mit ihren Ehepartnern. Die Treffen dienen der Erinnerung an Ereignisse und Bedingungen des Lagers durch den gemeinsamen Gedankenaustausch und der Kontaktpflege der Häftlinge.

Mitveranstalter der Buchenwaldtreffen sind:

  • Häftlingsbeirat Speziallager an der Gedenkstätte Buchenwald
  • Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora, Gedenkstätte Buchenwald.

Arbeit der Initiativgruppe Buchenwald

Wesentliche Teile der Arbeit der Initiativgruppe Buchenwald sind die Schicksalsklärung und die Betreuungsarbeit. Da die Häftlinge und ihre Angehörigen in ganz Deutschland leben, erfolgt dies brieflich, per Mail oder telefonisch.

Die Klärung des Schicksals von Häftlingen erfolgt auf der Grundlage von Anfragen Angehöriger.

Grundlagen von Auskünften sind:

  • das Totenbuch des Speziallagers Buchenwald, herausgegeben von der Gedenkstätte Buchenwald,
  • eine Häftlingsdatei der Initiativgruppe Buchenwald 1945-1950 e.V. mit mehreren tausend Namen, zusammengestellt aus den Angaben der Häftlinge und der Angehörigen.
  • die Transportlisten des Häftlingstransportes aus Buchenwald nach Karaganda.
  • in speziellen Fällen wird der Kontakt mit dem Suchdienst des DRK in München hergestellt, der über Kopien der Häftlingsjournale aller sowjetischen Speziallager in Deutschland verfügt.

Die Betreuung umfasst in der Regel Beratungen über:

  • Möglichkeiten der Rehabilitierung und der Entschädigung nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen
  • die Hilfe im Rahmen des Häftlingshilfegesetzes.
  • Beratung bei der Nachweisführung von Haftfolgeschäden, dem Nachweis von Ersatzzeiten bei der Berechnung der Altersrente und der Beantragung der Opferrente.

Da die Beratungen in diesen Fällen sehr schwierig sind und eine Betreuung vor Ort notwendig ist, vermittelt die Initiativgruppe die Hilfesuchenden auch an Häftlingsverbände deren Sitz in seiner Nähe ist.

© 2012 Initiativgruppe Buchenwald 1945-1950 e.V.